Holzfenster sanieren - Wann lohnt es sich?

Viele Eigentümer fragen sich: Kann man Holzfenster sanieren oder lohnt sich nur ein Austausch? In vielen Fällen lassen sich gut verarbeitete Holzfenster mit überschaubarem Aufwand erhalten und technisch wieder aufwerten.

Naturholzfenster schaffen für Menschen eine bisher unerreichte Lebensqualität durch seine natürliche Optik, Langlebigkeit und Atmungsaktivität. In der Regel wurden Holzfenster in der Vergangenheit hochwertig verarbeitet und mit solider Beschlags Technik ausgestattet. Dabei ist 2-Scheiben-Isolierglas, ab ca. 1990, wärmetechnisch in 98% aller Fälle völlig ausreichend.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Bauteile bei einer Holzfenstersanierung geprüft werden sollten, welche Maßnahmen sich bei typischen Schäden eignen und wann eine Reparatur wirtschaftlicher ist als ein Austausch. So erhalten Sie einen kompakten Sanierungskompass für Ihre Holzfenster und können den Zustand Ihrer Fenster besser einschätzen.

Inhaltsverzeichnis zur schnelleren Übersicht

Was kostet es, alte Holzfenster zu sanieren?

Die wichtigste Frage möchten wir gerne vorweg beantworten: Die Kosten hängen vom Zustand der Fenster und dem Umfang der Arbeiten ab. Kleinere Wartungsarbeiten sind bereits mit geringem Aufwand möglich, umfangreichere Sanierungen oder Oberflächenarbeiten sind entsprechend kostenintensiver als reine Reparaturen.

Unser Sanierungskompass nach Komponenten

Nicht jede Holzfenstersanierung erfordert umfangreiche Arbeiten. Häufig sind nur einzelne Bauteile verschlissen, die sich mit überschaubarem Aufwand instand setzen lassen. Deshalb empfiehlt es sich, die Fenster systematisch zu prüfen – von Beschlägen und Dichtungen über die Verglasung bis hin zur Oberfläche und den Anschlussfugen.

Mit den folgenden Prüfpunkten können Sie den Zustand Ihrer Holzfenster Schritt für Schritt beurteilen und geeignete Sanierungsmaßnahmen ableiten.

Der Fensterbeschlag

Ihr Fenster lässt sich nur schwer schließen?

Oft liegt dies am Beschlag, der gewartet werden muss. Beschläge müssen regelmäßig gepflegt werden damit die Funktionsfähigkeit des Fensters erhalten bleibt.

So prüfen und warten Sie die Beschläge Ihrer Holzfenster:

  • Beschläge mit dem richtigen Schmiermittel pflegen
  • Griff nachziehen und schmieren
  • Fenster neu einstellen, wenn der Flügel am Rahmen streift
  • Ein Fachmann kann dies oft durch wenige Handgriffe erledigen

Die Dichtung

Ihre Fenster sind undicht?

Undichte Dichtungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eigentümer ihre Holzfenster sanieren möchten. Nach etwa 10 bis 15 Jahren werden viele Fensterdichtungen hart oder spröde und verlieren ihre Abdichtungsfunktion.

Darum ist der Dichtungstausch besonders wichtig:

  • Ein Austausch der alten Dichtungen gegen passgenaue neue Dichtungen stellt die Dichtigkeit meist schnell wieder her.
  • Nach dem Dichtungstausch sollte der Fensterbeschlag neu eingestellt werden, damit der optimale Anpressdruck erreicht wird.

Das Glas

Ist das Isolierglas noch funktionsfähig?

Wer alte Holzfenster sanieren möchte, fragt sich oft, ob auch das Glas ausgetauscht werden muss. In vielen Fällen ist das jedoch nicht notwendig, da moderne 2-fach-Wärmeschutzgläser bereits seit den 1990er-Jahren verbaut wurden und energetisch weiterhin gute Werte erreichen.

So prüfen Sie Ihr Isolierglas:

  1. Welches Baujahr hat das Isolierglas? Ab 1989 wurde meist schon ein Wärmeschutzglas mit Argon und einer Wärmeschutzbeschichtung verbaut
  2. Oft lässt sich dies auch im Randverbund also zwischen den 2 Scheiben ablesen. Hier wird meist das Baujahr und der „K-Wert“ (U-Wert) genannt.
  3. Sollten Sie einen Wert von 1,3k/m² feststellen handelt es sich um gute Isoliergläser
  4. Wenn das Glas nicht „blind“ ist, also einen Feuchtigkeitsbeschlag zwischen den Scheiben aufweist ist es voll funktionsfähig.
Tabelle für Isolierglaswerte:
Baujahr (ca.) Typ Beschichtung Füllung Ug-Wert (W/m²K)
vor 1975 1-fach Glas keine - 5,8
1975 – 1994 2-fach Standard keine Luft 3,0 – 2,7
Sonderfall 3-fach Standard keine Luft ~ 1,9 – 1,8
1995 – 2000 2-fach Wärmeschutz hart Argon/Luft 1,9 – 1,4
ab 2000 2-fach Wärmeschutz weich (Low-E) Argon 1,2 – 1,1
Sonderfall 3-fach Wärmeschutz 2x Low-E Luft ~ 1,0 – 0,9
ab 2005 3-fach Wärmeschutz 2x Low-E Argon 0,8 – 0,6
High-End 3-fach Wärmeschutz 3x Low-E Krypton 0,5 – 0,4

Welchen Ug-Wert hat mein Isolierglas?

Vor 1975 – Einfachverglasung
  • Typ: 1-fach Glas
  • Beschichtung: keine
  • Füllung: –
  • Ug-Wert: 5,8 W/m²K
  • Empfehlung: Austausch fast immer sinnvoll
  • Typ: 2-fach Standard
  • Beschichtung: keine
  • Füllung: Luft
  • Ug-Wert: 3,0–2,7 W/m²K
  • Empfehlung: Austausch häufig wirtschaftlich
  • Typ: 2-fach Wärmeschutz
  • Beschichtung: hart
  • Füllung: Argon/Luft
  • Ug-Wert: 1,9–1,4 W/m²K
  • Empfehlung: Oft noch völlig ausreichend
  • Typ: 2-fach Wärmeschutz
  • Beschichtung: Low-E
  • Füllung: Argon
  • Ug-Wert: 1,2–1,1 W/m²K
  • Empfehlung: Meist kein Austausch erforderlich
  • Ab ca. 2005 verbreitet
  • 2× Low-E
  • Argonfüllung
  • Ug-Wert: 0,8–0,6 W/m²K
  • Sehr gute Dämmwerte
  • 3-fach Wärmeschutz
  • 3× Low-E
  • Kryptonfüllung
  • Ug-Wert: 0,5–0,4 W/m²K

Benötige ich unbedingt ein 3 Fach Isolierglas?

Nicht jede Holzfenstersanierung erfordert den Austausch gegen ein 3-fach-Isolierglas. Vorher sollte dringend geprüft werden, ob die Bauphysikalischen Eigenschaften Ihres Hauses dafür geeignet sind. Ein besser dämmendes Glas verändert das Temperaturverhalten des Gebäudes:

Der Taupunkt wird durch ein 3 Fach Isolierglas meist verschoben, sodass Feuchtigkeit nicht mehr am Fenster, sondern an kälteren Wandbereichen kondensiert. Dies tritt meist in Ecken am Mauerwerk auf und kann zu einer Schimmelbildung führen.

Wie können Holzfenster vor Verwitterung geschützt werden?

Ein wirksamer Witterungsschutz trägt entscheidend dazu bei, dass sich alte Holzfenster langfristig sanieren und erhalten lassen.

Folgende Komponenten bieten wirksamen Schutz:

  • Flügelabdeckungen schützen besonders beanspruchte Bereiche des Fensterflügels.
  • Stockabdeckungen schützen zusätzlich den Rahmen an stark belasteten Stellen.
  • Den umfassendsten Schutz bietet eine nachträgliche Aluverkleidung. Dabei wird das Holzfenster außen vollständig mit einer passgenauen Aluminiumverkleidung versehen.

 

Die pulverbeschichtete Oberfläche ist in zahlreichen RAL-Farben und Holzdekoren erhältlich und wird verdeckt befestigt. Dadurch erhöht sich die Lebensdauer des Holzfensters deutlich, während regelmäßige Streicharbeiten weitgehend entfallen.

So entsteht nachträglich ein hochwertiges Holz-Aluminiumfenster, das die natürliche Optik im Innenbereich mit einer besonders pflegeleichten Außenseite verbindet.

Die Anschlüsse

Sind die Anschlussfugen Ihrer Holzfenster beschädigt?

Bei Sanierungsmaßnahmen, sollten nicht nur das Fenster selbst, sondern auch die Anschlussfugen kontrollieren. Beschädigte Fugen können Feuchtigkeit eindringen lassen und langfristig Schäden am Fenster oder Mauerwerk verursachen.

Wichtiges zu den Anschlussfugen bei Holzfenstern:

  • Anschlussfugen sind Wartungsfugen und sollten regelmäßig überprüft werden.
  • Durch Witterungseinflüsse und geringfügige Bewegungen können bestehende Anschlussfugen reißen und undicht werden.
  • Dies kann zur Folge haben das Feuchtigkeit eintritt und Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk und am Fenster entstehen.
  • Defekte Fugen sollten fachgerecht mit geeigneten Dichtstoffen erneuert werden.

Holzschäden an Holzfenstern

Wann lassen sich beschädigte Holzfenster sanieren?

Bei kleinere Schäden, müssen Holzfenster in vielen Fällen nicht ausgetauscht werden. Je nach Grad der Beschädigung, gibt es unterschiedliche Optionen:

  1. Kleinere Holzschäden:

Sollten Ihre Fenster Holzschäden aufweisen, dann ziehen Sie am besten einen Fachmann zu Rate. Dieser kann den Schaden analysieren und Reparaturen durchführen. Partiell kann ein neues Holz eingesetzt werden oder die betroffenen Stellen mit einem speziellen Epoxitharzspachtel repariert werden. Das schont Ihren Geldbeutel und die Nerven.

  1. Oberfläche ist stark verwittert:

Ist die Oberfläche zusätzlich stark verwittert, kann eine nachträgliche Aluverkleidung das Fenster dauerhaft vor weiteren Witterungseinflüssen schützen und gleichzeitig die Optik aufwerten.

Wann lohnt sich eine Sanierung der Holzfenster nicht mehr?

Sollten Ihre Holzfenster so kaputt sein das sich keine Sanierung mehr lohnt empfehlen wir einen Austausch der Fenster. Hier gibt es verschiedene Varianten Fenster auszutauschen. Je nach Bausituation stehen verschiedene Möglichkeiten für den Austausch zur Verfügung, die sich hinsichtlich Aufwand, Kosten und Eingriff in die Bausubstanz unterscheiden.

Holzfenster erhalten statt austauschen

Nach ca. 10 – 15 Jahren ist es meist erforderlich das die bestehende Dichtung ausgetauscht wird damit das Fenster wieder dicht schließt. Viele ältere Holzfenster sind hochwertig verarbeitet und deutlich langlebiger, als auf den ersten Blick vermutet wird. Häufig sind es nur Verschleißteile wie Beschläge, Dichtungen oder die Oberflächenbeschichtung, die eine Überarbeitung erforderlich machen.

Mit einer fachgerechten Sanierung lassen sich Funktion, Optik und Energieeffizienz oft über viele Jahre erhalten. In vielen Fällen genügt bereits das Einstellen der Beschläge, der Austausch der Dichtungen oder ein neuer Oberflächenschutz, um das Fenster wieder in einen sehr guten Zustand zu versetzen.

Unser Fazit: Bevor Sie alte Holzfenster austauschen, lohnt sich eine fachkundige Prüfung. In vielen Fällen ist eine Sanierung die nachhaltigere und wirtschaftlichere Lösung – für Ihren Geldbeutel, die Umwelt und den langfristigen Werterhalt Ihrer Immobilie.

Sind Ihre Fenster geeignet? Machen Sie den Test!

Herzlichen Glückwunsch, Ihre Fenster sind bestens geeignet!

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Häufig gestellte Fragen zum Thema: Holzfenstersanierung

Kann man Holzfenster sanieren?

Ja, viele Holzfenster lassen sich auch nach Jahrzehnten noch sanieren. Häufig reichen neue Dichtungen, eine Überarbeitung der Oberfläche oder das Einstellen der Beschläge aus, um Funktion und Optik wiederherzustellen.

Die Kosten hängen vom Zustand der Fenster und dem Umfang der Arbeiten ab. Kleinere Wartungsarbeiten sind bereits mit geringem Aufwand möglich, umfangreichere Sanierungen oder Oberflächenarbeiten sind entsprechend kostenintensiver als reine Reparaturen.

Je nach Zustand werden Beschläge gewartet, Dichtungen erneuert, beschädigte Holzstellen repariert und die Oberfläche abgeschliffen sowie neu gestrichen. Vor einem Austausch sollte immer geprüft werden, ob eine Sanierung möglich ist.

Historische Holzfenster sollten möglichst erhalten werden. Je nach Zustand können Beschläge, Dichtungen und beschädigte Holzteile instand gesetzt werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sollten die Maßnahmen vorab mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.

Verwitterte Oberflächen können häufig abgeschliffen und mit einer geeigneten Holzschutzbeschichtung neu aufgebaut werden. Sind größere Schäden vorhanden, sollten diese fachgerecht instand gesetzt werden, beispielsweise mit einer Fensterverkleidung.

Eine regelmäßige Reinigung trägt dazu bei, die Lebensdauer von Holzfenstern zu verlängern und die Oberfläche dauerhaft zu schützen. Verwenden Sie hierfür ein weiches Tuch sowie lauwarmes Wasser oder einen milden Reiniger. Auf Scheuermittel oder aggressive Reinigungsmittel sollte verzichtet werden, da sie die Beschichtung beschädigen können. Kontrollieren Sie bei der Reinigung gleichzeitig die Oberfläche auf kleine Risse oder Abplatzungen, damit Schäden frühzeitig erkannt und behoben werden können.

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